Kanufreizeit 2017

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Wir fuhren am Samstag den 29.07.2017 um 08:00 Uhr in der Früh vom Darmstädter Hauptbahnhof ab. Ziel war die Kanustation Mirow im gleichnamigen Ort. Einer mehrstündigen Zugfahrt folgte eine außerplanmäßige Busfahrt, da unser letzter Zug nicht einsatzbereit war und anschließend bewältigten wir einen kurzen Fußmarsch zum eigentlichen Ziel: unserem Campingplatz. Dort angekommen galt es sich zu allererst erneut an das Campingplatzleben zu gewöhnen. Wie schnell gewöhnt man sich doch wieder an den heimischen Luxus? Glücklicherweise verlief Prozess der Umgewöhnung recht rasant und ein wenig erschöpft von der langen Anreise schlugen wir unsere Zelte auf und erkundeten anschließend den Platz.

Am darauffolgenden Tag galt es gemütlich zu frühstücken und die müden Knochen zu erwecken und als wir damit fertig waren, wurden wir mit unserem Equipment für die nächsten Tage (Schwimmwesten, Seesäcke/-tonnen und Paddel) und Kanus ausgestattet. Unsere mittlerweile verpackten Zelte und die restlichen Habseligkeiten wurden aufgeladen und unsere kurze Reise zum Campingplatz am Mössensee von 9km nahm ihren Lauf. Bei herrlichem Wetter und jugendlichem Elan, selbst bei den betagteren Personen, genossen wir die kurze Etappe bei so präsenter und schöner Natur, wie man sie in Deutschland selten anzutreffen vermag. Kaum erschöpft und erstaunlich motiviert kamen wir an. Die Zelte wurden aufgeschlagen und der Abend wurde nach dem Essen stilvoll bei Tee und Gesprächen oder Spielen ausklingen gelassen.

Diese Routine stellte sich an jedem Tag ein, was jedoch die Individualität jedes Tages in keiner Weise untergrub.

Am Tag darauf z.B. paddelten wir bereits 12 Kilometer zur Fleether Mühle und waren erneut mit herrlichem Wetter und guter Stimmung gesegnet.

Die übliche Routine wurde bereits an jenem, nächsten Tag gebrochen, als wir auf dem ca. 17km langen Weg zum Drewensee die Schwanenhavel durchquerten, die ungewöhnlich hoch stand und uns das ein oder andere Geäst unfreiwillig mitnehmen ließ.

Auch mittwochs war uns herrliches Wetter geschenkt, wenngleich es auch anders angekündigt war. Die erste Schleuse befand sich auf dieser 14 km langen Strecke und war besonders für unsere Jungteilnehmer ein Erlebnis. Wir kamen am Pälitzsee an und genossen den restlichen Abend.

Den folgenden und letzten offiziellen Paddeltag von 17 km bewältigten wir, wenn auch unter großer Anstrengung, denn es herrschte starker Seitenwind, der u. A. mein Kanu schwer ins Wanken und von der geplanten Strecke ins abseitige Schilf trieb. Glücklicherweise ließ er kurzzeitig nach und bei vollem Einsatz gelang uns die Ankunft in Mirow.

Freitags besuchten wir die Innenstadt von Mirow via Kanu. Wir aßen Eis und lokale Fischspezialitäten und ich besorgte mit zwei weiteren Einkäufern Rationen für den letzten Abend. Gerade wollten wir diese auf unsere Kanus laden, als wir bemerkten, dass, anders als alle anderen Teilnehmer, zwei Mitkanuten klitschnass am Ufer saßen, da sie gekentert waren. Aus Mitleid und mit finanzieller Nachhilfe zog ein freundliches Hausboot unsere Kanus samt Insassen hinter sich her, denn diese Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen. Dies stellte eines meiner persönlichen Highlights der Fahrt dar und war ein sehr schöner Abschluss selbiger. Ein letztes Mal ließen wir den Abend mit leichter Wehmut über das Ende der Fahrt ausklingen, denn am darauffolgenden Tag traten wir die Zugfahrt heimwärts an. Mit einem Gemisch aus dieser Wehmut und den schönen Erinnerungen gestaltete sich die Heimfahrt als auslaugenden Abschluss, der die Freude auf sein eigenes Bett ins Unermessliche steigen ließ und ideal war, um die Geschehnisse Revue passieren zu lassen. Alles in Allem war es wie jedes Mal eine Freizeit, die sich mehr als gelohnt hat.